Webdesign Angebote vergleichen: Darauf achten (2026)

Auf einen Blick

Du hast drei Webdesign-Angebote eingeholt. Eines kostet 1.200 EUR, das andere 4.800 EUR, das dritte 3.200 EUR. Alle liefern angeblich "eine professionelle Website". Wie vergleichst du das? Was ist drin, was fehlt, wo lauern Kosten die du jetzt noch nicht siehst? Dieser Artikel gibt dir ein konkretes Raster.

Warum Webdesign-Angebote so schwer zu vergleichen sind

Das Problem ist kein böser Wille, sondern fehlende Standards. Es gibt keine Norm die festlegt, was in einem Webdesign-Angebot enthalten sein muss. Jeder Anbieter definiert seinen Leistungsumfang anders.

Angebot A für 1.200 EUR enthält möglicherweise:

  • Template-Anpassung in einem Baukasten
  • 3 Seiten ohne Texte
  • Keine DSGVO, keine SEO, kein Impressum

Angebot B für 3.200 EUR enthält:

  • Individuelles Design von Grund auf
  • 5 Seiten mit Texterstellung
  • DSGVO-Paket, SEO-Grundoptimierung, 12 Monate Hosting

Auf dem Papier: beide "eine professionelle Website". In der Realität: komplett verschiedene Produkte.


Die Vergleichs-Checkliste: 12 Punkte die jedes Angebot enthalten sollte

Wenn du mehrere Angebote einholst, prüf jeden dieser Punkte. Was nicht explizit genannt ist, ist nicht enthalten.

Leistungsumfang

  • Anzahl Seiten/Unterseiten (One-Pager, 5 Seiten, 10 Seiten, unlimitiert?)
  • Design: Individuell von Grund auf oder Template-Anpassung?
  • Texterstellung: Enthalten oder Kundensache?
  • Bilder: Stock-Fotos inklusive, eigene Bilder oder nur Platzhalter?
  • Responsiveness: Mobile und Desktop explizit genannt?

Technik und DSGVO

  • DSGVO-Paket: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner enthalten?
  • SSL/HTTPS: Standardmäßig aktiv oder extra?
  • Hosting: Wie lange inklusive, welcher Anbieter, wo stehen die Server? (EU-Hosting für DSGVO wichtig)
  • Domain: Registrierung inklusive oder extra?
  • Wartung/Updates: Wie lange, was genau?

SEO und Performance

  • SEO-Grundoptimierung: Title Tags, Meta Descriptions, Überschriften-Struktur
  • Ladezeit: Irgendeine Angabe zu Ziel-Ladezeit oder Lighthouse-Score?
  • Google Search Console: Einrichtung inklusive?

Revisionen und Support

  • Anzahl Revisionsrunden: Konkret genannt (2, 3, unbegrenzt bis Abnahme)?
  • Was ist nach dem Launch: E-Mail-Support, wie lange, wie viele Stunden?

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Preisvergleich: Was ist fair für welches Segment?

Preise für Webdesign in DACH 2026 (netto):

Anbietertyp One-Pager 5-Seiter 10-Seiter Monatl. Wartung
Baukasten (selbst) 0 + 15-30 EUR/Mo 0 + 15-30 EUR/Mo 0 + 15-30 EUR/Mo 15-30 EUR
Studenten / Berufseinsteiger 300-800 EUR 600-1.500 EUR 1.200-2.500 EUR 50-150 EUR
Freelancer (DACH) 1.200-2.500 EUR 2.500-5.000 EUR 4.000-8.000 EUR 100-300 EUR
KI-gestützt (z.B. KI-WebSichtbar) 1.499 EUR 3.499 EUR 5.999 EUR Ab 9,99 EUR
Agentur (regional) 3.000-6.000 EUR 6.000-15.000 EUR 12.000-30.000 EUR 200-800 EUR
Agentur (Premium/DACH) 5.000-15.000 EUR 15.000-50.000 EUR 30.000-100.000+ EUR 500-2.000 EUR
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Hinweis
Preise unter 800 EUR für einen vollständigen Website-Auftrag sollten dich skeptisch machen. Das deckt kaum den Zeitaufwand eines professionellen Entwicklers. Oft bedeutet das: Templates, keine DSGVO, kein Support.

Mehr zu Preisen und was dahintersteckt im Artikel Website erstellen lassen: Kosten im Überblick (2026) oder im Artikel Webdesign Preise: Was kostet ein Webdesigner 2026?.


Festpreis vs. Stundensatz: Was ist besser?

Das ist die wichtigste Frage beim Vergleich von Webdesign-Angeboten.

Festpreis:

  • Du weißt von Anfang an was die Website kostet
  • Kein Risiko durch Scope Creep (Aufgaben die sich ausweiten)
  • Anbieter trägt das Risiko von Mehraufwand
  • Klare Erwartungen auf beiden Seiten

Stundensatz:

  • Flexibler bei unklaren Anforderungen
  • Kostet wenig wenn das Projekt schnell geht
  • Risiko: Endkosten können das Budget sprengen
  • Geeignet wenn du regelmäßig kleine Änderungen brauchst

Empfehlung für die meisten KMU:

Festpreis für den initialen Website-Bau. Stundensatz oder Retainer für laufende Wartung und Updates. Das schützt dich vor unerwarteten Rechnungen beim Hauptprojekt.

Bei KI-WebSichtbar arbeiten wir ausschließlich mit Festpreisen. Was im Angebot steht, ist auch der finale Preis.


Versteckte Kosten: Wo Angebote oft trügen

1. Hosting läuft aus Viele Angebote enthalten "3 Monate Hosting kostenlos". Nach 3 Monaten kostet Hosting 20-60 EUR/Monat bei den meisten Agenturen. Frag explizit: Was kostet Hosting nach dem Inklusiv-Zeitraum?

2. Domain ist extra Domain-Registrierung kostet 10-20 EUR/Jahr, wird aber gerne im Angebot weggelassen. Kleiner Betrag, aber ein Zeichen ob das Angebot vollständig ist.

3. Texte und Bilder sind Kundensache Steht oft nur als Fußnote: "Texte und Bilder werden vom Kunden geliefert." Wenn du keine fertigen Texte hast, fällt das Projekt ins Stocken oder kostet extra.

4. Änderungen nach Go-Live "Keine" steht im Angebot. Dann stellst du fest, dass du eine neue Produktseite brauchst. Kosten: 80-150 EUR/Stunde. Frag vorab: Was kostet eine Textänderung nach dem Launch?

5. DSGVO-Updates Das Datenschutzrecht ändert sich. Manche Anbieter liefern die Erstversion der Datenschutzerklärung, aber keine Updates wenn sich das Recht ändert. Bei Abmahnwellen (wie Google Fonts 2022) bist du dann allein.

6. Plugin-Lizenzen (WordPress) WordPress-Websites leben von Plugins. Viele kosten 50-300 EUR/Jahr (Premium-Plugins für SEO, Formulare, Backup). Diese werden oft nicht im Angebot genannt. Frag: Welche Plugins sind enthalten, welche kosten extra?


Rote Flaggen: Diese Angebote solltest du ablehnen

"Website für 299 EUR, alles inklusive" Nicht möglich. Nicht zu dem Preis. Das ist entweder eine Template-Anpassung ohne Inhalte oder ein Projekt das nie fertig wird.

Kein schriftliches Angebot Wenn jemand mündlich Preise nennt aber kein schriftliches Dokument liefert, gibt es keinen Vertrag. Kein Vertrag, kein Schutz.

Kein Zeitplan im Angebot "Wir liefern wenn es fertig ist" ist kein Zeitplan. Ohne vereinbarten Liefertermin kannst du nichts einfordern.

Referenzen nicht vorhanden oder nicht klickbar Jeder Webdesigner der länger als ein Jahr arbeitet, hat Referenzen. Wenn keine da sind oder die verlinkten Websites nicht existieren, ist das verdächtig. Mehr zu dem Thema im Artikel Webdesign Referenzen: Wie du sie prüfst.

Kein Impressum auf der eigenen Website Wenn der Anbieter selbst kein vollständiges Impressum hat, wie soll er dann deins richtig erstellen?

WordPress für jeden Fall WordPress ist nicht per se schlecht, aber es ist nicht für jeden Fall die beste Lösung. Ein Anbieter der reflexartig "WordPress" sagt ohne deine Anforderungen zu kennen, denkt nicht mit. Mehr dazu im Artikel WordPress Alternative: Was gibt es?.


Referenzen richtig prüfen

Referenzen sind das wichtigste Qualitätsmerkmal. So prüfst du sie:

  1. Website öffnen: Lädt die Seite schnell? Sieht sie auf dem Handy gut aus?
  2. Datum prüfen: Wie alt ist die Referenz? Designstandards ändern sich.
  3. Kundenkontakt: Manche Anbieter nennen Ansprechpartner. Eine kurze E-Mail: "Hat die Zusammenarbeit geklappt?" ist Gold wert.
  4. Google-Bewertungen: Suche nach dem Anbieter auf Google. Was sagen andere Kunden?
  5. Bewertungsportale: ProvenExpert, Trustpilot, Google Business Profile.

So vergleichst du 3 Angebote systematisch

Erstell eine einfache Tabelle mit den 12 Punkten aus der Checkliste oben. Für jedes Angebot: Enthalten (1 Punkt), Nicht enthalten (0 Punkte), Unklar (0,5 Punkte).

Dann rechnest du:

  • Gesamtpunkte pro Angebot
  • Preis pro Punkt
  • Preis pro enthaltene Leistung

Das macht den Vergleich objektiv. Ein Angebot für 3.500 EUR mit 10/12 Punkten ist objektiv besser als eines für 1.200 EUR mit 4/12 Punkten, selbst wenn der Preis höher ist.

Willst du verstehen wie der komplette Ablauf einer Website-Erstellung aussieht, hilft der Artikel Website erstellen lassen: Ablauf Schritt für Schritt.


Was kostet ein gutes Angebot zu erstellen?

Seriöse Anbieter erstellen ein Angebot kostenlos. Das gilt für:

  • Erstgespräch (30-60 Min): kostenlos
  • Schriftliches Angebot nach Briefing: kostenlos
  • Konzeptpräsentation ohne Auftrag: kostenlos

Wenn ein Anbieter für ein Angebot Geld verlangt, ist das ein Zeichen hoher Nachfrage (große Agenturen) oder mangelnder Profissionalität. Bei einem normalen KMU-Projekt solltest du kein Angebots-Honorar zahlen.


FAQ: Webdesign Angebote vergleichen

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Drei ist die Faustregel. Weniger gibt keine Vergleichsbasis. Mehr kostet zu viel Zeit (sowohl deine als auch die der Anbieter). Mit drei Angeboten auf Basis desselben Briefings hast du eine solide Entscheidungsgrundlage.

Darf ich das günstigste Angebot nehmen?

Ja, wenn der Leistungsumfang stimmt. Preis allein sagt nichts aus. Ein günstiges Angebot mit vollständiger DSGVO, SEO und Referenzen ist besser als ein teures ohne diese Punkte.

Was tun wenn ein Angebot unvollständig ist?

Nachfragen. Schick eine kurze E-Mail mit den Punkten aus der Checkliste die fehlen und bitte um Ergänzung. Ein seriöser Anbieter beantwortet das. Wenn keine Reaktion kommt, ist das schon eine Antwort.

Wann ist Stundensatz sinnvoll?

Wenn du regelmäßig kleinere Änderungen brauchst (Texte, neue Bilder, neue Unterseiten) ist ein Wartungsretainer oder Stundensatz sinnvoll. Für den initialen Website-Bau ist Festpreis fast immer besser.

Wie erkenne ich einen seriösen Webdesigner?

Vollständiges Impressum auf der eigenen Website. Echte Referenzen mit klickbaren URLs. Schriftliches Angebot mit konkretem Leistungsumfang. Reaktion auf Fragen innerhalb von 24h. Keine Vorleistung ohne Vertrag.

Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?

In Deutschland rechtlich ähnlich, aber nicht gleich. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung (±20% Abweichung erlaubt). Ein Angebot ist bindend wenn du es annimmst. Frag beim Anbieter nach: Ist das ein verbindliches Festpreisangebot oder ein Kostenvoranschlag?