Website Briefing erstellen: Vorlage + Checkliste (2026)
Ein vollständiges Website-Briefing ist der Unterschied zwischen einer Website die du liebst und einer die du ein Jahr später neu erstellen lässt. Die meisten Briefings die Webdesigner bekommen, haben 80% der nötigen Infos. Die fehlenden 20% kosten Wochen. Diese Vorlage deckt alle Punkte ab.
Was ist ein Website-Briefing und warum ist es so wichtig?
Ein Website-Briefing ist ein Dokument das deinem Webdesigner oder Entwickler alle Informationen gibt die er braucht, um genau die Website zu bauen die du dir vorstellst. Kein Raten, kein Hin-und-Her, kein "Das meinte ich nicht".
Je besser dein Briefing, desto:
- schneller ist die Website fertig
- weniger Revisionsrunden brauchst du
- näher ist das Ergebnis an deiner Vorstellung
- günstiger wird das Projekt (Stundensatz-Anbieter danken dir)
Ein gutes Briefing spart dir im Schnitt 2-4 Revisionsrunden. Bei einem Stundensatz von 80-150 EUR sind das schnell 500-1.500 EUR.
Die vollständige Website-Briefing-Vorlage
Arbeite alle 8 Blöcke durch. Überspringe keinen Block, auch wenn er dir unwichtig erscheint. Was für dich selbstverständlich ist, kennt dein Webdesigner nicht.
Block 1: Dein Unternehmen
- Name des Unternehmens (genau wie er überall verwendet wird)
- Rechtsform (GmbH, GbR, Einzelunternehmen, Freiberufler)
- Was machst du genau? (In 2-3 Sätzen, für jemanden der deine Branche nicht kennt)
- Seit wann gibt es das Unternehmen?
- Standort/e (Wo arbeitest du, wo bist du tätig?)
- Anzahl Mitarbeiter
- Bisherige Website? (URL wenn vorhanden, was du behalten willst, was weg soll)
Block 2: Ziele der Website
Das ist der wichtigste Block. Eine Website ohne klares Ziel ist wie ein Laden ohne Kasse.
- Was soll der Besucher tun? (Anrufen, E-Mail schreiben, Termin buchen, kaufen, anmelden)
- Primäres Ziel (Ein Ziel, das wichtigste)
- Sekundäres Ziel (Optional, falls relevant)
- Messung: Wie weißt du, dass die Website erfolgreich ist? (Anfragen pro Monat, Umsatz, Leads)
Block 3: Deine Zielgruppe
- Wer sind deine Kunden? (Alter, Beruf, Situation, Problem das sie haben)
- B2B oder B2C (Oder beides?)
- Geografischer Fokus (Lokal, regional, national, international?)
- Was sucht dein Kunde wenn er auf deine Seite kommt? (Konkret beschreiben)
- Was macht deinen idealen Kunden aus? (3 Eigenschaften)
Wenn du noch kein klares Bild deiner Zielgruppe hast, hilft der Artikel Professionelles Webdesign: Was es bringt und woran man es erkennt, bevor du überhaupt anfängst.
Block 4: Deine Wettbewerber und Positionierung
- 3 direkte Wettbewerber (Firmenname + URL)
- Was macht die gut? (Was magst du an deren Websites?)
- Was machen die schlecht? (Was willst du besser machen?)
- Warum sollte jemand zu DIR und nicht zum Wettbewerber? (Dein USP, möglichst konkret)
Block 5: Design-Vorstellungen
- 3-5 Websites die du magst (URL + was dir daran gefällt, z.B. "die Farben", "die Schlichtheit", "die Animationen")
- 3-5 Websites die du nicht magst (URL + was dich stört)
- Deine Lieblingsfarbe/n (oder Hex-Codes wenn du sie kennst)
- Farben die du nicht willst
- Stil-Tendenz: Eher modern/minimalistisch, eher klassisch/vertrauenswürdig, eher bunt/lebendig?
- Logo vorhanden? (Dateiformat: SVG oder AI bevorzugt, sonst hochauflösendes PNG)
- Brand-Guide vorhanden? (Falls ja: anhängen)
Block 6: Inhalte und Texte
- Welche Seiten soll die Website haben? (Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt, Blog, FAQ...)
- Lieferst du die Texte selbst? (Ja / Nein / Teilweise)
- Falls nein: Willst du Texterstellung beauftragen?
- Bilder: Hast du eigene? (Firmenfotos, Produktfotos, Teamfotos)
- Falls nein: Stock-Fotos, KI-Bilder oder Fotoshooting?
- Videos geplant? (Einbettung von YouTube/Vimeo oder eigenes Hosting?)
- Sonstige Inhalte: Zertifikate, Auszeichnungen, Referenzen, Bewertungen (Google, Trustpilot)?
Block 7: Technische Anforderungen
- Domain: Vorhanden? (URL) Neue gewünscht? (Wunschname)
- Hosting: Bereits vorhanden? (Anbieter, Laufzeit) Oder soll der Dienstleister liefern?
- E-Mail-Adressen: Sollen diese geändert werden oder bleiben die?
- Kontaktformular: Ja/Nein, welche Felder?
- Terminbuchung: Integration gewünscht? (Calendly, Buchungsplatform)
- Newsletter: Mailchimp, Brevo, andere?
- Online-Shop: Nein / Ja (Shopify, WooCommerce, anderes?)
- Login-Bereich: Nein / Ja (Für Kunden, Mitarbeiter?)
- Mehrsprachigkeit: Nein / Ja (welche Sprachen?)
- Barrierefreiheit (WCAG): Pflicht ab 2025 für öffentliche Stellen. Für private KMU empfohlen.
- DSGVO: Soll das vollständig mit erledigt werden? (Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, Impressum)
Block 8: Zeitplan und Budget
- Wann soll die Website live sein? (Konkretes Datum oder "so schnell wie möglich")
- Gibt es einen Anlass? (Messe, Event, Kampagnenstart, Geschäftsjahresbeginn)
- Dein Budget: Bitte konkret nennen. Ein Webdesigner der dein Budget nicht kennt, kann kein passendes Angebot machen.
- Laufende Kosten: Was ist dein monatliches Budget für Hosting, Wartung, Updates?
Tipp zum Budget: Nenn lieber eine realistische Zahl als gar keine. "Mein Budget ist 2.000-3.500 EUR" ist für den Dienstleister hilfreicher als "so günstig wie möglich". Das führt nur zu Angeboten die nicht passen.
Du willst eine Website, die wirklich Kunden bringt?
KI WebSichtbar entdeckenDie 5 häufigsten Fehler in Website-Briefings
Fehler 1: "Modern und professionell" als Design-Vorgabe Das sagen 90% der Auftraggeber. Es sagt nichts aus. Zeig Beispiele. Das ist zehnmal hilfreicher als jede Beschreibung.
Fehler 2: Kein klares Hauptziel Wenn du sagst "Die Website soll informieren, verkaufen, zur Marke passen und auch für SEO gut sein", hast du kein Ziel. Nenn das eine wichtigste Ziel.
Fehler 3: Texte auf "später" verschieben Viele Auftraggeber denken: Erst Website fertig, dann Texte. Das geht nicht. Das Design hängt von den Texten ab. Kläre Texterstellung vor Projektbeginn.
Fehler 4: Zu viele Entscheider "Meine Partnerin, mein Bruder und mein Steuerberater müssen die Website noch abnehmen." Drei Menschen, drei Meinungen. Leg vorab fest: Eine Person entscheidet final.
Fehler 5: Kein Zeitpuffer Wenn du sagst "Ich brauche die Website in 2 Wochen" aber dein Briefing erst nach einer Woche fertig ist, ist dein Zeitplan schon vor Projektstart gescheitert.
Briefing vs. Angebot: Was kommt zuerst?
Viele denken: Erst Angebot einholen, dann Briefing schreiben. Das ist rückwärts.
Richtige Reihenfolge:
- Briefing schreiben (zumindest die Blöcke 1-7)
- Briefing an mehrere Dienstleister schicken
- Angebote vergleichen auf Basis gleicher Grundlage
- Auftrag vergeben
Wenn du Angebote ohne Briefing anforderst, vergleichst du Äpfel mit Birnen. Jeder Dienstleister macht Annahmen die sich unterscheiden.
Wie du Angebote dann richtig vergleichst, erklärt der Artikel Webdesign Angebote vergleichen: Darauf achten (2026). Den vollständigen Ablauf vom Briefing bis zum Go-Live findest du im Artikel Website erstellen lassen: Ablauf Schritt für Schritt.
Wie lang sollte ein Briefing sein?
Kurz: So lang wie nötig, so kurz wie möglich.
Ein gutes Briefing ist kein Roman. 2-4 Seiten A4 mit konkreten Antworten auf die 8 Blöcke reichen für die meisten Website-Projekte. Wichtiger als Länge ist Vollständigkeit: Alle 8 Blöcke abgedeckt.
Wenn du ein komplexeres Projekt hast (Shop, Mehrsprachigkeit, viele Seiten), darf das Briefing länger sein. Aber fang mit den 8 Blöcken an.
Briefing für unterschiedliche Website-Typen
One-Pager (Launchpad): Fokus auf Blöcke 1, 2, 3, 5, 8. Technisch minimal. Geht in 30-45 Minuten. Was ein One-Pager leisten kann, erklärt der Artikel One-Pager erstellen lassen: Kosten + Beispiele.
5-Seiter (Workhorse): Alle 8 Blöcke. Besonders wichtig: Block 6 (Inhalte) mit klarer Seitenstruktur.
Größeres Projekt mit Blog und SEO (Growth Engine): Alle 8 Blöcke plus: Keyword-Ziele (welche Suchbegriffe willst du ranken?), Content-Plan (wie oft sollen neue Artikel erscheinen?), Analytics-Anforderungen. Für Preisvergleiche bei größeren Projekten hilft der Artikel Website erstellen lassen: Kosten im Überblick.